Ausgangspunkt der Wanderung
Erlangen
Wanderweg-Beschreibung
Vom 27. bis 30. September sind wir auf den Spuren der Markgrafen - quer durch die Fränkische Schweiz an zahlreichen Burgen, Felsenformationen und idylischen Ortschaften vorbei - von Erlangen nach Bayreuth gewandert.
Blaukreuz-Markierung des Markgrafenwegs Die 1000-jährige Linde bei KasbergHaus an der Wiesent bei Egloffstein
Der ca. 80 km lange und größtenteils sehr gut markierte Fernwanderweg folgt immer der Blaukreuz-Markierung auf folgender Route bis vor die Tore Bayreuths:
Erlangen – Adlitz – Honings – Hetzles – Regensberg – Rangen – Kasberg – Gräfenberg – Buchwald – Egloffstein – Mostviel – Schlehenmühle – Wichsenstein – Heidekreuz – Gößweinstein – Beringersmühle – Oberailsfeld – Kirchahorn – Christanz – Freiahorn – Altenhimmel – Gubitzmoos – Pittersdorf -Mistelbach – Bayreuth
Erlangen - Adlitz - Gräfenberg
Wir starten am Waldkrankenkaus in Erlangen und gehen steil bergauf durch den Wald bis nach Adlitz. Durch Adlitz führt uns der Weg bis zur Hauptstraße. Hier biegen wir links ab und gehen den Berg hinunter. Nach wenigen Metern folgen wir der Markierung nach rechts. An einer Gärtnerei vorbei geht es in den Wald hinein. Nach einer Stunde erreichen wir auf einem bequemen Waldweg den Ort Honings.In Honings gibt es einen alten Dorfbrunnen aus dem Jahre 1866 zu bewundern. Der Weg führt uns an einer neuen Kirche aus dem Ort hinaus. An einer Baumgruppe verlassen wir nach ca. 50 m die Teerstraße und biegen nach links auf einen breiten Wirtschaftsweg ab, welcher uns über Felder nach Hetzles führt.
An der Landmetzgerei Schumm wandern wir in die Ortsmitte bis zu einer alten Linde. Hier führt der Weg nach links die Dorfstraße an sehr schönen fränkischen Fachwerkhäusern vorbei. Auf der linken Seite liegt das Geburtshaus von Michael Deinlein, welcher es bis zum Erzbischof gebracht hatte. Auf einem breiten Kiesweg erreichen wir den Streitbaum am Fuße des Hetzleser Bergs.
Wir überqueren die Felder auf dem Hetzleser Berg und schlagen uns an einer Hecke nach rechts. Ab und zu bietet sich uns ein herrlicher Blick nach links auf den Rodenstein und das Walberla. Anschließend geht’s durch den Wald bergab zum Wanderparkplatz an der Straße nach Weingarts. Diese überqueren wir und erreichen nach einem stetigen Anstieg von ca. 1 km die Ortschaft Regensberg.
Hier gehen wir nur wenige Meter in den Ort hinein und halten uns nach rechts auf einem steinigen Feldweg den Berg hinauf. Am Waldrand entlang geht es bis nach Rangen.
An der Straße vor Rangen biegen wir nach links in Richtung Kasberg ab. Ein kurzes Stück auf der Teerstraße, anschließend nach rechts auf einen Feldweg. Dieser führt uns über Fder und an einem Windrad vorbei zur 1000 jährigen Kasberger Linde.
In Kasberg laufen wir durch das Dorf und überqueren anschließend zweimal die Hauptstraße. Auf einem breiten Feldweg folgen wir der Markierung durch die Flur nach Gräfenberg.
Gräfenberg: Die erste Erwähnung des Ortsnamens „Grevenberge“ findet man im Jahr 1172 in einer Urkunde des Abtes „Ekehard“ vom Kloster Weißenohe, bei der als Zeuge ein „Winto de Crefenb`c“ genannt wird. In weiteren Urkunden hat sich die Schreibweise über „Grefenberc“ (1195), Grefenberg (1333) und „Greffenberg“ (1429) bis hin zum heutigen Namen mehrfach geändert. Zunächst erhielt Gräfenberg, mit seinen damals rund 200 Einwohnern, im Jahr 1333 durch Kaiser Ludwig den Bayern das Marktrecht (Quelle: Stadt Gräfenberg).
Gräfenberg – Gößweinstein
In Gräfenberg folgen wir unserem blau-Kreuz-markierten Weg in Richtung Norden aus der Stadt hinaus. Erst führt uns der Weg eine zeitlang unterhalb der Hauptstraße über Wiesen und kurze Waldstücke. Nachdem wir an einem Weiher die Hauptstraße überquert haben, geht es auf einem breiten Forstweg durch den Wald bis nach Hohenschwärz. In dem kleinen Dorf geht es am Buchwaldstüberl bis in die Dorfmitte. Hier wenden wir uns nach links, an einem alten Backofen vorbei passieren wir einige schöne alte Bauernhäuser und schlagen uns nach wenigen Metern gleich wieder nach rechts. Auf einer befestigten Straße verlassen wir den Ort und erreichen leicht bergab nach etwa 10 Minuten den Fuß des Saumbergs. An der Kreuzung geht es erst kurz nach rechts, anschließend gleich wieder nach links ins Todtsfeldtal hinein. Ein wunderschöner schmaler Waldweg führt uns hinab ins Tal. Ein romatisches Bächlein mit Wasserfall bieten eine gute Gelegenheit für eine kurze Rast, bevor wir auf einem schmalen Pfad ins Trubachtal einbiegen.
Wir wandern oberhalb der Trubach entlang und erblicken hoch oben bald die Burg von Egloffstein. In Egloffstein führt der Weg immer entlang der Trubach in Richtung Norden. Erst am Freibad entlang, später an einer Kneipp-Anlage vorbei gehen wir durch das Tal bis nach Mostviel. Hier passieren wir das Gasthaus „Schlossblick“ und laufen ein kurzes Stückchen an der Hauptstraße entlang. Anschließend auf der linken Seite auf einem Fußweg bis zu einem kleinen Holzsteg. Dort überqueren wir die Straße und gehen an einem Häuschen vorbei auf einem schmalen Pfad erst durch Obstbäume, später durch den Wald in Richtung Schlehenmühle.
Durch ein schmales Tal führt der Weg an der Minigolf-Anlage des Gasthauses „Schlehenmühle“ vorbei und nach rechts weiter in Richtung Wichsenstein. Am Gasthof „Dietsch-Back“ biegen wir nach links ab und anschließend durch den Wald steil bergauf zum Spitzenstein. Von hier aus sehen wir schon das „Gipfelkreuz“ auf der Aussichtsplattform des Wichsensteins. In Wichsenstein führt uns der Weg an der Kirche vorbei über Stufen hinauf zur 581m hoch gelegenen Aussichtsplattform. Von hier aus hat man einen weiten Blick über die gesamte Fränkische Schweiz bis zum Fichtelgebirge. Auf einer Scheibe kann man den Standort einer Vielzahl von Ortschaften und Bergen in der entsprechenden Himmelsrichtung ablesen.
Anschließend wenden wir uns in nordöstlicher Richtung auf der Hauptstraße, später durch ein Waldstück nach Heidekreuz. Vor der Ortschaft folgen wir unserer Markierung weiter am Waldrand entlang und biegen dann in einen mit Felsbrocken umsäumten Waldweg ein, welcher uns bis zu einer kleinen Kapelle führt. Hier an der Kreuzung gehen wir links weiter und erreichen über Wiesen, Felder und durch kurze Waldstücke den Ort Gößweinstein mit Burg und der Wallfahrtsbasilika „Zur heiligen Dreifaltigkeit“. Leicht bergauf gehen wir ins Zentrum der sehr schönen Marktgemeinde.
Basilika „Zur heiligen Dreifaltigkeit“: Die barocke Dreifaltigkeitsbasilika zu Gößweinstein ist die größte und bedeutendste Kirche der Fränkischen Schweiz. Weithin sichtbar sind ihre beiden mächtigen Türme und der prächtige Sandsteinbau überragt alle anderen Gebäude des Ortes. Der berühmte Baumeister Balthasar Neumann erstellte die Pläne und überwachte selbst den Baufortgang. Ab 1715 wurde geplant, 1730 mit dem Bau begonnen, der 1739 konsekriert wurde. Die Gestaltung des Innenraums und der Altäre erfolgte nach Plänen von Johann Jakob Michael Küchel, der auch das Pfarrhaus und den Umgriff der Basilika plante. Die Altäre wurden allerdings erst nach der Weihe in den Jahren 1740 der Hochaltar, 1742 die Altäre im Querschiff, 1743 die östlichen Altäre, 1762 die Altäre in den Turmkapellen und erst 1765 die westlichen Altäre errichtet. Ursache dafür mag auch die Brandkatastrophe vom 5. August 1746 gewesen sein, ein Großteil der Gebäude von Gößweinstein zum Opfer fiel und auch die Türme und das Dach der neuerbauten Kirche nicht verschonte. Die Deckenmalerei wurde gar erst 1929 von Prof. Kolmsperger ausgeführt. Den Ehrentitel „Basilica minor“ verlieh Papst Pius XII. im Jahr 1948 dem Gotteshaus. Hierfür hat sich insbesondere der Gößweinsteiner Franziskanerpater Prof. Dr. Luchesius Spätling eingesetzt. (Quelle: Stadt Gößweinstein).
Gößweinstein – Freiahorn
Nach der Besichtigung der Basilika folgen wir der Straße nordwärts in Richtung Beringersmühle. An einer alten Linde, dem früheren Gerichtsplatz des Ortes, biegen wir links oben in den Wald ab. Der Weg führt zwar wieder auf die Hauptstraße, jedoch nach wenigen Metern verlassen wir diese und gehen auf dem Karl-Brucker-Gedächnisweg weiter. Dieser sehr interessante Wegabschnitt führt uns durch eine wunderschöne Felsenlandschaft mit herrlichen Aussichtspunkten auf das Wiesenttal.
In Beringersmühle überqueren wir die Wiesent und folgen dem linken Bachufer nordwärts bis zur Mündung des Ailsbaches. Dem Bach folgen wir auf einem wildromatischen Waldweg bis nach Unterailsfeld. Anschließend geht im kleinen Dorf in den Wald hinauf. Eine halbe Stunde später erreichen wir Oberailsfeld. Über eine Brücke überqueren wir den Ailsbach und laufen in die Ortsmitte zur hoch aufragenden Kirche. Im Gasthaus der Brauerei „Held“ können wir uns für den weiteren Weg stärken. Anschließend führt uns der Weg an der Kirche vorbei aus dem Ort hinaus und am linken Bachufer erst am Waldrand, später dann in den Wald bergauf. An den Überresten einer alten Burg und mehreren interessanten Felsformationen vorbei, steigen wir wieder ins Tal zur Hauptstraße hinab. Diese überqueren wir am Rennerfelsen. Ab hier gehen wir auf einem schmalen Pfad wieder an vielen Felsen und Höhlen vorbei bis zur Burg Rabenstein (liegt auf der gegenüberliegenden Talseite). Durch die Ludwigshöhle geht es nun wieder ins Tal hinab. Ein Kiesweg führt uns ins weitläufige Ahorntal, an Kirchahorn vorbei nach Christanz. Auf der Straße und später auf einem Feldweg erreichen wir anschließend Freiahorn.
Burg Rabenstein: Die ältesten Teile der Burg sind im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts als Ansitz in der Herrschaft Waischenfeld entstanden. Zur gleichen Zeit ist ein Ministerialiengeschlecht dokumentiert, welches den Raben im Wappen führte. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Vorburg ausgebaut. Während der nächsten Jahrhunderte wechselten Besitzer und Bewohner der Burg, die 1460 zerstört und ab 1489 von Konz von Wirsberg wieder aufgebaut wurde. 1557 ging die Burg dann wieder an die von Rabenstein, die damit ihren Stammsitz zurückerwarben. Daniel von Rabenstein baute die Burg 1570 erneut um, wobei die ehemalige Vorburg mit der Hauptburg verschmolzen wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg erneut vollständig zerstört, da der Burgherr Hans Christoph von Rabenstein auf Seiten der Schweden stand. Nach dem Krieg wurden zwischen 1648 und 1728 lediglich - neben dem Wirtschaftshof - kleinere Gebäude wiederhergestellt. 1742 starb das Geschlecht derer von Rabenstein aus und die Burg ging an die Grafen von Schönborn-Wiesentheid, die die Burgruine 1829/30 für einen Königsbesuch umgestalteten. (Quelle: Artikel Burg Rabenstein (Franken) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist dort abrufbar.)
Freiahorn – Bayreuth
Von Freiahorn führt ein breiter Wirtschaftsweg leicht bergauf und am Waldrand entlang, anschließend wieder hinunter nach Vordergereuth. Hier laufen wir durch den Ort und wenden uns nach Nordosten auf den Kandlberg (517 m). Ab hier gehen wir immer durch den Wald bis Altenhimmel. Kurz nach Altenhimmel mach der Weg einen Knick nach rechts (sehr schlechte Markierung), anschließend nach wenigen Metern gleich wieder nach links. Auf einem schmaler werdenden Waldpfad gehen wir bis nach Gubitzmoos. In Gubitzmoos endet die blau-Kreuz-Markierung. Vor den Häusern von Gubitzmoos wenden wir uns nach rechts und folgen der Straße auf der grünen-Raute-Markierung um den Deutesberg (504 m) herum. Weiter geht es nach links auf einem Schotterweg nach Pittersdorf. Wir folgen weiter der grünen-Raute-Markierung durch den Ort. Auf einem geteerten Weg wandern wir einem kleinen Bach folgend bis nach Mistelbach. In Mistelbach folgen wir immer dem Pottenstein-Bayreuth-Wanderweg bis zur örtlichen Kläranlage. Gleich nach der Kläranlage biegen wir nach rechts auf einen unmarkierten Weg ab. Auf dem breiten Feldweg halten wir uns halblinks, überqueren den Bach und erreichen eine Kreuzung am Waldrand. Hier gehen wir nach links weiter und folgen leicht bergauf dem blau-Kreis markierten Weg durch den Wald. Der Weg führt uns später wieder ins Tal hinunter und bald sehen wir vor uns die Vororte von Bayreuth.
Viertelstein bei Mistelbach: Der Viertelstein ist ein heller Felsen von ca. 10 X 10 x 6 m, der unvermitelt leicht aus dem leicht geneigten Talhang südlich von Mistelbach herausragt. Er besteht aus Sandsteinen des Rhätolias („Gümbelscher Sandstein“). Diese Sandsteine sind in einzelnen Bereichen besonders witterungsresistent und bildet Felshänge und Schluchten. Die auffallend löchrge Oberfläche der Felswände zeigt jedoch, dass das Gestin dennoch von Witterungsprozessen erfasst wurde. Zwischen den herausgewitterten rundlichen Vertiefungen in der Felsoberfläche beliben gitter – oder netzartige Gesteinspartien stehen. Diese Verwitterungsformen sind typisch für Sandsteine und werden auf Winderosion, Salzausblühungen und lokale Lösungs- und Fällungsreaktionen durch Porenwässer zurückgeführt.
Gehzeit und Anforderungen des Wanderwegs
- Gehzeit: 8.0 Stunden
- Schwierigkeit: mittel

